Abkürzung lpg ddr


Juni leitete die DDR-Führung mit dem "Gesetz über die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften" LPG die letzte Etappe der Kollektivierung der Landwirtschaft ein — mit dramatischen Folgen. Schon unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in der sowjetischen Besatzungszone SBZ mit dem sozialistischen Umbau der Landwirtschaft begonnen. Unter der Parole "Junkerland in Bauernhand" wurde der Landbesitz im Zuge der Bodenreform im September radikal umverteilt: Besitzer von Flächen mit mehr als Hektar wurden entschädigungslos enteignet. Mehr als 7. Hinzu kamen Zusammengenommen waren das mehr als ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Produktionsfläche in der SBZ. Mit den Enteignungen sollte auch der politische Einfluss der Landbesitzer durchbrochen werden. Nur wenigen wurde gestattet, eine kleine Restfläche weiter zu bewirtschaften. Der enteignete Landbesitz wurde mehrheitlich in eher kleinen Parzellen an sogenannte "Neubauern" Vertriebene und landlose Landarbeiter und landlose bzw. Die restlichen, nun "volkseigenen" Güter wurden von neu gegründeten Staatsbetrieben bewirtschaftet. abkürzung lpg ddr

Abkürzung LPG DDR: Bedeutung und Hintergrund

Es begann eine Kampagne, die wenig mit der von oben postulierten Freiwilligkeit zu tun hatte und die Einzelbauern sehr unter Druck setzte. Agitationsgruppen gingen in die Dörfer und warben dafür, Maschinen, Vieh und Felder den LPGs zu überschreiben - nicht selten mit rabiaten Mitteln, wie es Horst Matschke beschreibt, später Leiter des Instituts für ausländische Landwirtschaft in Berlin. Man kann sagen, dass also hier mit Methoden des Psychoterrors gearbeitet wurde. Einzelne Dörfer wurden gar von jungen Parteiaktivisten abgeriegelt, bis alle unterschrieben. Anfangs gab es verschiedene Stufen der Kollektivierung: LPG eins, zwei oder drei. Je nach Typ brachten die Kleinbauern nur das Land, zusätzlich ihre Maschinen oder beim Typ drei Vieh, Gebäude und Bargeld in die Genossenschaft ein. Der von der Partei erwünschte Typ drei war bei den Landwirten unbeliebt. Zwar konnten sie sich anfangs frei entscheiden, die LPG-Typen eins und zwei wurden aber systematisch benachteiligt, bekamen schlechtere Kredite und weniger Maschinen zugeteilt.

Die LPG in der DDR: Landwirtschaftliche Kooperationen LPG - es sind drei Buchstaben, die für das Agrarsystem der DDR stehen: Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften. Dabei sieht es zunächst nicht nach gemeinsamem Wirtschaften aus.
LPG und DDR: Wie funktionierte die Landwirtschaft? Anfang der 50er-Jahre präsentierte sich die DDR auf dem Land als ein wahres Idyll. Dieses Bild allerdings war, wie die SED bald feststellen mussten, eine optische Täuschung.
Die Rolle der LPG in der DDR-WirtschaftAls Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft LPG wurde der zu Anfang noch teilweise freiwillige und später durch die Zwangskollektivierung unfreiwillige genossenschaftliche Zusammenschluss von Bauern und deren Produktionsmitteln sowie anderer Beschäftigten zur gemeinschaftlichen Agrarproduktion in der DDR bezeichnet. Die Kollektivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft gehört zu den Grundideen des Sozialismus.

Die LPG in der DDR: Landwirtschaftliche Kooperationen

LPG - es sind drei Buchstaben, die für das Agrarsystem der DDR stehen: Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften. Dabei sieht es zunächst nicht nach gemeinsamem Wirtschaften aus. Im Gegenteil: Im Herbst beginnt in der sowjetischen Besatzungszone eine Bodenreform, verbunden mit einer Enteignungswelle von Grundbesitzern. Mehr als Wenig später kommen sie in neue Hände, aufgeteilt in Flächen von fünf bis zehn Hektar. Ehemalige Arbeiter aus Landwirtschaft und Industrie, aber auch viele Flüchtlinge aus dem Osten beginnen nun, sich Existenz als selbstständige Kleinbauern aufzubauen - insgesamt mehr als eine halbe Million Menschen. Statt produktiver Gutshöfe wirtschaften nun Tausende meist unerfahrene Kleinbauern auf Flächen, die kaum rentabel zu bestellen sind. Juni wird - zwar freiwillig, aber vermutlich nicht ganz ohne Druck von Parteifunktionären - die erste LPG mit dem Namen "Walter Ulbricht" gegründet. Auf ihrer Tagung vom 9. Parteikonferenz der SED dann offiziell, die Agrarwirtschaft mit Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften umzustrukturieren.

LPG und DDR: Wie funktionierte die Landwirtschaft?

Mitglied einer LPG konnten nicht nur die Bauern mit eigener Wirtschaft werden, sondern auch Landarbeiter und andere Bürger. Es wurden zunächst drei verschiedene Typen von LPG gebildet Typ I, Typ II und Typ III. Je nach Typ wurden von den Bauern dabei ihr Ackerland I , dazu ihre Maschinen II und dazu der gesamte landwirtschaftliche Betrieb mit Vieh, Maschinen und Gebäuden III in die Genossenschaft eingebracht. Die Bauern mussten darüber hinaus Bargeld einbringen Inventarbeitrag. Viele LPG wandelten sich erst später, oftmals unter Druck von Partei und Staat vom Typ I oder II in den nunmehr dominierenden Typ III um. Die Einzelbauernwirtschaften wurden bei der Maschinenausleihe durch die Maschinen-Ausleihstationen MAS , später Maschinen-Traktoren-Stationen MTS systematisch benachteiligt, sodass das Abgabensoll, die Verpflichtung zur Lieferung einer bestimmten Menge landwirtschaftlicher Produkte, immer schwerer zu erfüllen war. Zahlreiche Bauern sind nach der II. Parteikonferenz der SED bis zum Mauerbau aus der DDR geflohen, um nicht Mitglied einer LPG werden zu müssen.